Ein Wochenende in Zügen genießen
2. Mai 2011

(Vorab. Dieser Text wurde im Zug geschrieben. In einem überfüllten IC nach Berlin.)
IC nach Berlin. Es ist voll, sehr voll. Momentan sitze ich auf dem Boden in einem Großraumabteil. Alle halbe Stunde wechseln sich einige Fahrgäste mit den Sitz- und Stehplätzen ab. Die Bahn fährt wenigstens mal ohne große Verspätungen die Strecke. Viele Leute sind genervt. Mir ist es dagegen ziemlich egal wie ich wo sitze, solange wir irgendwann in Berlin eintrudeln werden. Die Sonne scheint ins Abteil und wenn man auf dem Boden sitzt und so nur die Baumwipfel an sich vorbeiziehen sieht ist es irgendwie toll. Man fühlt sich ein wenig wie im Alter von 7 Jahren.
Das Sonnenlicht scheint mir auf den Arm und es fliegen kleine Staubpartikel durch das Abteil.
Die Strecke kenne ich eh schon, bin nicht mal traurig um die mir verwehrte Aussicht.
Ich bin mittlerweile irgendwo zwischen Bielefeld und Nirgendwo. So Langsam freunde ich mich mit der Situation endgültig an. Man kann hier auch irgendwie bequem sitzen, hat Beinfreiheit. Frischer Sauerstoff kommt durchs offene Abteilfenster herein. Miau. 18:03, noch zwei Stunden sind zu fahren. Schätze der nächste Halt wird Hannover sein. Warum haben die alle so große Koffer? Da würde mein gesamter Kleiderschrank platz finden, zwei Mal! Es sollte eine Gepäcksgrößengrenze geben. Viel zu viele Menschen reisen mit RIESIGEN Koffern die nur quer durch die normalen Gänge passen und jetzt sehr viel Platz verbrauchen.
Was transportieren die Menschen in diesen Dingern? Andere Menschen? Hier stehen von XL bis XXXXXL alle Koffergrößen im Abteil. Würden Alle ohne Gepäck reisen hätten wir wahrscheinlich gar kein Platzproblem. Einziger Vorteil der Riesenkoffer, sie dienen als Sitzbank.
Ui, die eine Wolke sieht grade aus wie eine übergroße E-Gitarre.
19:10 wir verlassen grade Wolfsburg. Ein Mädchen feilt sich die Nägel. Andere haben sich miteinander angefreundet und unterhalten sich über die Hochzeit und tauschen ihre Bahnprobleme aus. Die meisten Fahrgäste aber schlafen, tippen auf ihren Handys rum oder lesen. Die Sonne geht langsam unter und die Fenster werden geschlossen. Meinen Platz habe ich weiter eingerichtet, kann mich fast ganz auf den Boden legen. Endlich gibt es die Durchsage für Berlin-Spandau. 20:07, nur sieben Minuten Verspätung. Das ist wohl neue Bestzeit.









Das U! <3
Moin Paule, schöne Bilder von dem Besuch. Ich finde du solltest mehr solcher Beiträge zur Verfügung stellen :) bis morgen an gewohnter Stelle ;)
Aber manchmal braucht man eben einfach einen großen Koffer.
Und Böden sind in der Regel doch hervorragend. Alles Liebe, Effi